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Nasopharyngealer Polyp

Nasopharyngeale Polypen sind aus Schleimhaut aufgebaut und liegen im Rachen und in der Nase über dem Gaumensegel. Selten reicht ein Polyp bis in den Gehörgang. Drei Viertel der Polypen entstehen aus einer chronischen Infektion im Mittelohr. Junge Katzen (meistens weniger als zwei Jahre alt) sind prädisponiert für diesen Tumor. Die klinischen Symptome sind Niesen, Schnupfen, Atemprobleme, Stimmänderung und Schluckprobleme. Meistens ist eine Vollnarkose nötig, um die Polypen zu sehen. Eine Röntgenaufnahme ist angezeigt, um das Ausmass der Erkrankung festzustellen. Falls das Mittelohr nicht mitbeteilig ist, dann lässt sich der Polyp durch vorsichtigen Zug entfernen. Falls das Mittelohr auch betroffen ist, dann ist eine grössere Operation notwendig. Die Prognose ist gut.

 

Schilddrüsen-Adenom

Schilddrüsen-Adenome sind gutartige Tumoren, die ältere Katzen (mehr als neun Jahre alt) häufig betreffen. Bösartige Tumoren der Schilddrüse kommen auch vor, sind jedoch sehr selten.
Die Krankheit wird wegen der erhöhten Bildung und Ausschüttung des Schilddrüsenhormons Thyroxin Hyperthyreoidismus (Schilddrüsenüberfunktion) genannt. Die Symptome des Hyperthyreoidismus variieren, meistens werden aber Gewichtsverlust, Hyperaktivität, vermehrter Appetit, Erbrechen und hoher Puls beobachtet. Meistens kann am Hals ein Knötchen getastet werden. Die Diagnose wird durch die erhöhte Thyroxin-Konzentration im Blut gestellt.
Es gibt drei Behandlungsmethoden. Die meisten Patienten werden zunächst während zwei bis drei Wochen mit einem Medikament (Methimazol) behandelt, was die Schilddrüsenhormonproduktion verhindert und die klinischen Krankheitserscheinungen wesentlich lindert. Diese medikamentöse Therapie kann über mehrere Jahre die Krankheit unter Kontrolle halten. Nebenwirkungen der Tabletten (Inappetenz, Erbrechen, Blutbildveränderungen) und die Schwierigkeit, die Tabletten auf Dauer zu geben, führen jedoch dazu, dass viele Besitzer sich für eine der beiden anderen Therapiemöglichkeiten entscheiden: die operative Entfernung der Schilddrüse oder die Anwendung der Nuklearmedizin. Bei der Nuklearmedizin werden der Katze kurzlebige Radionuklide (radioaktives Jod) gespritzt. Dieses radioaktive Jod reichert sich in der Schilddrüse an und vernichtet die entarteten Zellen. Dies ist eine sehr elegante Methode mit einer hohen Erfolgsquote und mit minimen Nebenwirkungen. Es gibt leider nur wenige Zentren, welche diese Therapie anbieten. Ausserdem muss die Katze während zehn bis zwanzig Tagen hospitalisiert werden, bis sie selber keine Radioaktivität mehr ausstrahlt.
Die Prognose der Hyperthyreose ist mit allen drei Behandlungsmethoden sehr gut.

 

Thymom

Diese Tumorerkrankung kommt selten vor. Thymome haben ihren Ursprung im Thymus, einem Organ des Immunsystems, das im Brustkorb liegt. Thymome verhalten sich bei den Katzen meistens gutartig, auch wenn es ab und zu bösartige Fälle gibt. Diese Tumoren können sehr gross werden und im Brustkorb soviel Platz einnehmen, dass sie die Lunge verdrängen (Abb. 3). Die Patienten werden dann mit Atemnot vorgestellt. Die Diagnose zu stellen ist nicht immer einfach. Röntgenbilder und Probenentnahmen spielen die wichtigste Rolle. Die Therapie der Wahl ist die Chirurgie. Falls jedoch der Besitzer eine Chirurgie ablehnt, kann auch die Strahlentherapie angewendet werden (Abb. 3). Die Prognose ist relativ gut.

  Röntgenbild Katze mit einem Thymom vor der Strahlentherapie Abbildung 3a:
Katze mit einem Thymom.
Vor der Strahlentherapie nimmt der Tumor fast den ganzen Brustkorb ein. Das Herz ist nicht sichtbar.
  Röntgenbild Katze mit einem Thymom 1 Monat nach der Bestrahlung Abbildung 3b:
Katze mit einem Thymom.
Einen Monat nach der Bestrahlung ist der Tumor viel kleiner geworden. Lunge und Herz sind deutlich sichtbar.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" Nr. 2 und 3 / 2002
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autorinen:
Dr. med. vet. Cécile Rohrer Kaiser1,2, Dipl. ACVIM und ECVIM (Innere Medizin)
Prof. Dr. med. vet. Barbara Kaser-Hotz1, Dipl. ACVR und ECVDI
1 Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Zürich, Abteilung für Bildgebende Diagnostik und Radio-Onkologie
2 Kleintier-Klinik Rhenus, 8247 Flurlingen