Vergiftungen bei der Katze
Was tut die Tierärztin/der Tierarzt bei einer Vergiftung?
Das Ziel der tierärztlichen Behandlung im Vergiftungsfall ist die raschmöglichste Entfernung von aufgenommenen Toxinen. Dies erreicht man durch eine oder mehrere der folgenden therapeutischen Ansätze:
- Magenspülung
- Auslösen von Erbrechen (wenn die Giftaufnahme erst kurz zurückliegt)
- Bindung (Adsorption) an Aktivkohle (nicht zu verwechseln mit der vorher erwähnten Holzkohle), welche über den Mund eingegeben wird - eine Massnahme, die auch bei bereits etwas länger zurückliegenden Giftaufnahme sinnvoll ist
- Ausschwemmungsförderung und Verdünnung der Giftstoffe aus dem Blut und im Blut durch Gabe von harntreibenden Medikamenten (Infusionen, Spezialmedikamente) Gabe von Gegenmitteln (nur selten möglich)
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Abbildung 2: Katzen tolerieren Infusionen direkt ins Blut im Allgemeinen sehr gut. Mit Infusomaten können diese auch genau überwacht und richtig dosiert verabreicht werden. |
Gibt es für viele Toxine so genannte Gegenmittel (Antidote)?
Obwohl weit verbreitet die Meinung vorherrscht, dass gegen die meisten Toxine so genannte Antidote bestehen, ist dem leider nicht so. Die spezifischsten Gegenmittel sind solche, welche die Wirkung gewisser Medikamente aufzuheben vermögen. Atropin beispielsweise wirkt sehr spezifisch bei Vergiftung mit Insektiziden, die Organophosphate oder Carbamate enthalten.
Ein weiterer Wirkstoff, der immer wieder ernsthafte Vergiftungen zur Folge hat, sind die Coumarine. Coumarinabkömmlinge kommen in Ratten- und Mäusegiften vor und führen bei diesen Tieren wegen einer lang andauernden Blutgerinnungshemmung zum Tode. Genauso gefährlich sind diese Stoffe auch für unsere Haustiere. Mit der Gabe von Vitamin K1 kann diese Vergiftung sehr zielgerichtet und spezifisch bekämpft werden.
Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 5 / 2000
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Autor:
Dr. med. vet. FVH K. Rohner
Spezialtierarzt für Pharmakologie und Kleintiere
