Home

Allgemeines

Auswahlseite Hunde

Auswahlseite Katzen

Zahnkrankheiten

Allgemeines

FORL

Stomatitis - Faucitis - Pharyngitis

Parodontalerkrankung

abgebrochener Zahn

Fehlstellungen

Zusammenfassung

Kontakt

Suche

Zahnkrankheiten bei Katzen

Stomatitis-Faucitis-Pharyngitis – die Maul-Rachen-Entzündung

vorherige Seite

Die Maul-Rachen-Entzündung entwickelt sich ähnlich wie die FORL, führt aber nicht zum Abbau der Zahnsubstanz, sondern zu einer fulminanten Entzündung der Maulschleimhaut. Diese wird feuerrot und extrem schmerzhaft. Die Entzündung sieht man entweder am Zahnfleisch der Backenzähne oder im Rachenraum. Sie kann dort den gesamten Rachenring betreffen. Die Krankheit schreitet unbehandelt weiter voran. Die betroffenen Katzen können kaum mehr fressen, verlieren Gewicht und pflegen sich nicht mehr richtig.

Ursachen und Diagnosestellung

Da in Katzenzuchten Ansteckungswellen beobachtet wurden, wird die Rolle von Viren bei der Krankheitsentstehung intensiv diskutiert. Das so genannte Calicivirus, ein normaler Durchfallerreger, wurde bei vielen betroffenen Katzen nachgewiesen. Auch hat man festgestellt, dass das katzenspezifische Immunschwächevirus FIV die Ausprägung sowohl der Maul-Rachen-Entzündung als auch der FORL begünstigt.

Beim tierärztlichen Untersuchungsgang muss die Stomatitis-Faucitis-Pharyngitis von der einfachen Zahnfleischentzündung unterschieden werden. Im Gegensatz zu letzterer ist sie nicht auf die Zahnfleischtaschen beschränkt und weitet sich in den Rachenraum aus. Auch ist das Fressverhalten weit stärker beeinträchtigt.

Behandlung

Die Therapie beginnt meist mit Schmerzmitteln, Entzündungshemmern und einer Cortison- respektive Geschlechtshormontherapie. Die beiden letzteren Behandlungsansätze können das Immunsystem dergestalt modulieren, dass die Körperantwort auf den Reiz reduziert wird. Auch bei der Maul-Rachen-Entzündung ist es nämlich so, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt. In mehreren Veröffentlichungen wurde vorgeschlagen, die betroffenen Stellen des Rachens mit einem Laserstrahl zu veröden. Dies wirkt jedoch nur vorübergehend schmerzlindernd. Die Virusbekämpfung ist sehr schwierig, erfolgt nur über teure Medikamente und bringt unterschiedlichen Erfolg. Vermutlich spielen bei der Maul-Rachen-Entzündung die Zähne eine ähnlich zentrale Rolle wie bei der FORL, auch wenn sie nicht direkt angegriffen werden. Ab und zu findet man bei der Maul-Rachen-Entzündung auch FORL.

Die Reihenextraktion unter Narkose lindert die Beschwerden jedenfalls rasch und nachhaltig. Diese Therapie ist auf jeden Fall zu empfehlen, wenn die medikamentellen Versuche fehlgeschlagen haben. Auch hier hat sich das Vorgehen mit dem erstweiligen Ziehen der Backenzähne bewährt. Das Entfernen aller Zähne ist nur selten notwendig. Die Erfolgsrate bei der Extraktion der Zähne ist deutlich über 50 % und damit etwas weniger gut als bei der FORL. Trotzdem ist es bei weitem die sicherste und, auf lange Sicht gesehen, die günstigste Variante.

Das Ziehen der Zähne beim Tierarzt ist im Übrigen eine langwierige Prozedur: Katzen haben insgesamt 14 Backenzähne. Einige davon haben zwei oder sogar drei Wurzeln. Diese müssen vor dem Ziehen getrennt und die Wurzel muss vorsichtig aus dem Knochenfach gelöst werden. Bei Katzen mit FORL gestaltet sich die Extraktion noch schwieriger, weil die Zähne durch die Löcher im Halsbereich geschwächt sind und dort schnell abbrechen. Zudem führt die Erkrankung im Wurzelbereich zu Narbengeweben, die eine Zahnentfernung erschweren. Viele Zähne sind zum Zeitpunkt der Behandlung schon abgebrochen und vom Zahnfleisch bedeckt. Es wird empfohlen, auch diese Wurzelresten zu entfernen, damit einem erneuten Aufflammen der Autoimmunerkrankung vorgebeugt werden kann.

nächste Seite

Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 4 / 2006
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Daniel Koch
Koch & Bass GmbH
Ueberweisungspraxis für Kleintiere
Basadingerstr. 26
8253 Diessenhofen
www.kochbass.ch