Home

Allgemeines

Auswahlseite Hunde

Auswahlseite Katzen

Zecken

Allgemeines

Zecken in der Schweiz

Übertragung von Krankheiten

Ist die Katze gefährdet?

Schutz vor Zecken

Zecke entfernen

Kontakt

Suche

Sind Zecken für Katzen gefährlich?

vorherige Seite

Wie kann eine Zecke entfernt werden?

Die Mundwerkzeuge der Zecken sind mit Widerhaken versehen. Zudem produzieren sie eine Art Zement, um sich fest in der Haut verankern zu können. Es gilt daher, die Zecken sorgfältig aus der Stichstelle zu entfernen. Geschieht dies nicht, riskiert man, dass die halbe Zecke in der Wunde stecken bleibt. Am besten verwendet man eine Pinzette oder spezielle Zeckenzange, mit welcher man die Zecken direkt am Hautansatz ergreift. Ein leichtes Drehen nach links und rechts lockert die Verankerung, danach können sie senkrecht aus der Haut gezogen werden. Es kann an der Einstichstelle zu einer kleinen Rötung kommen, die jedoch nichts mit Borreliose zu tun hat und innerhalb kurzer Zeit verschwindet. Sollte dies nicht der Fall sein, dann empfiehlt sich beim Menschen ein Arztbesuch.Zudem sollte das Datum des Zeckenstichs notiert werden, um sich Wochen später, wenn es tatsächlich zum Auftreten von grippeähnlichen Krankheitssymptomen oder Hautrötungen kommen sollte, daran zu erinnern.

Bei der Katze können Zecken auf die gleiche Art und Weise entfernt werden. Da die Tiere solche Manipulationen nicht immer still über sich ergehen lassen, kann es vorkommen, dass die Mundwerkzeuge oder Teile davon in der Haut stecken bleiben. Dies ist in der Regel nicht so schlimm, denn die "Fremdkörper" werden nach einiger Zeit herausgearbeitet. Es kann zu kleineren Entzündungsreaktionen kommen, die aber unproblematisch sind. Ein Tierarztbesuch ist jedoch angezeigt, wenn es an der Einstichstelle mehrere Tage nach dem Entfernen der Zecke zu schmerzhaften Schwellungen kommt. Dies kann ein Hinweis auf eine bakterielle Infektion der Stichwunde sein. Manchmal wird empfohlen, die Einstichstelle zu desinfizieren, um solche Probleme zu verhindern. Wie viel Schutz die Desinfektion tatsächlich bringt, ist nicht ganz klar. Wichtig ist aber in jedem Fall, dass das Desinfektionsmittel erst aufgetropft oder -gesprüht wird, nachdem die Zecke entfernt wurde. Sonst muss man damit rechnen, dass die Zecke noch den gesamten Darm- und Speicheldrüseninhalt in die Wunde erbricht -- und das ist wohl das, was man sich am wenigsten wünscht.

Zecken werden häufig erst entdeckt, wenn sie sich bereits zu einer beträchtlichen Grösse mit Blut voll gesogen haben. Insbesondere auf dunklen Katzen oder langhaarigen Tieren mit dichtem Fell bereitet die Suche Schwierigkeiten. Aber jede Zecke, die vorzeitig abgelesen wird, ist eine Zecke weniger, die nachher im Wald oder Garten Eier ablegt.

Abschliessend kann gesagt werden, dass Zecken in der Schweiz die bekannten Krankheitserreger (FSME-Virus, Borrelien, Anaplasmen) wohl auch auf Katzen übertragen. Nach heutigem Wissensstand scheinen aber Katzen nur in ganz seltenen Fällen daran zu erkranken. Da Katzen sich auf Grund ihrer Streifzüge durch die Natur stark exponieren und entsprechend häufig mit Zecken befallen werden, sollten die Tiere mit Halsbändern oder Spot-on-Präparaten so gut wie möglich geschützt werden.

Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 2/2008
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. Heinz Sager
Institut für Parasitologie, Universität Bern