Bei Unfällen können die Zähne auch in Mitleidenschaft gezogen werden. Zu beachten
sind insbesondere Brüche (Frakturen) den Zähne, bei denen die Pulpa eröffnet
wurde. Es kommt unweigerlich zu einer Entzündung der Pulpa, welche nicht nur
schmerzhaft ist, sondern auch auf den Knochen übergehen kann. Weil die Pulpa
bis zum Alter von zwei Jahren wesentlich für den Aufbau und die Stärke des
Zahnes verantwortlich ist, sollten Zahnfrakturen bei Hunden und Katzen unter
zwei Jahren Alter innerhalb von drei Tagen korrekt versorgt werden. Dabei wird
der exponierte Teil der Pulpa abgetragen,
der verbleibende Teil geschützt und die abgebrochene Krone so weit wie nötig
aufgebaut. Zahnfrakturen bei älteren Hunden und Katzen hingegen sind zwar auch
schmerzhaft, aber keine Notfälle und sollten innert zwei Wochen therapiert
werden. Hier kann die Pulpa entfernt werden. Der Wurzelkanal wird mit
geeigneten Materialien gefüllt und durch der Zahnstumpf wird aufgebaut.
Nicht selten werden Heimtiere mit Fehlstellungen vorgestellt. Falls der Ursprung
erblicher Natur ist und dem Hund oder der Katze ausser kosmetischen Einbussen
keine Nachteile wie Kauschwierigkeiten oder Schmerzen erwachsen, sollte von
einer Therapie abgesehen werden. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei
um sogenannte skelettale Fehlstellungen, bei denen der Kiefer zu kurz oder zu
lang ist. Derartige Stellungen ohne klinische Symptome gelten als
Rassenstandard bei einigen Hunderassen wie zum Beispiel dem Mops oder den Bulldoggen. Die zweite
Gruppe umfasst Fehlstellungen einzelner Zähne. Häufig ist ein nicht rechtzeitig
ausfallender Milchzahn Schuld, dass der nachstossende bleibende Zahn seinen
korrekten Platz nicht einnehmen kann. Insbesondere bei den Eckzähnen hat dies
Konsequenzen, weil der bleibende Caninus zu weit innen steht, unter Umständen
in den Gaumen stechen kann, Schmerzen verursacht und manchmal sogar die normale
Entwicklung der Kiefer stört. Deshalb sollten Milchzähne, bei welchen der
nachfolgende bleibende Zahn schon sichtbar ist, sofort gezogen werden. Der
Zahnwechsel findet bei den meisten Rassen im Zeitraum zwischen 5 und 7 Monaten
Alter statt.
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Abbildung 6: Schematische
Darstellung einer Gebissfehlstellung. Der Unterkiefer ist zu kurz. Allerdings
sind hier keine Kauschwierigkeiten zu erwarten, so dass von einer (teuren und
aufwändigen) Behandlung mit unsicherer Prognose abzuraten ist
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Viele Zahnerkrankungen bei Hund und Katze können frühzeitig erkannt werden. Mit Hilfe einer rechtzeitigen Behandlung bei Ihrem Kleintierspezialisten und einer guten Nachsorge erhalten Sie Ihrem Heimtier ein gesundes Gebiss und tragen wesentlich zu einem artgerechten Hunde und Katzenleben bei.
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Dieser Artikel ist erschienen in HUNDE 2/01
Autor:
Daniel Koch
Dr. med. vet. ECVS
Ueberweisungspraxis für Kleintierchirurgie
Rhyaecker 7
CH-8253 Diessenhofen
www.dkoch.ch