Bei Zahnfleischentzündungen unterscheidet man die anfängliche Entzündung des Zahnfleisches (Gingivitis). Diese Zahnfleischentzündung ist reversibel, das heisst sie heilt nach einer sachkundigen Reinigung der Zähne vollständig aus. Wird in diesem Stadium nichts unternommen, so kann sich der Entzündungsprozess auf den Zahnhalteapparat ausdehnen, es entsteht eine so genannte Parodontitis. Dies geht häufig einher mit Mundgeruch. Manche Tiere neigen auch zu vermehrtem Speicheln oder zeigen Probleme beim Fressen, insbesondere von Trockenfutter. Kennzeichen der Gingivitis ist im Frühstadium ein rötliche Verfärbung des Zahnfleisches. Ist der Zahnhalteapparat im weiteren Verlauf angegriffen (Parodontitis), führt dies mit der Zeit zu einer Lockerung der Zähne.
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Abbildung 3: Zahnsteinbildung mit Zahnfleischentzündung (Gingivitis) |
Zahnstein ist ein häufiges Problem bei unseren Hauskatzen.
Bilden sich die beschriebenen braunen, festen Beläge am
Zahnschmelz, sollten Sie Ihre Katze beim Tierarzt vorstellen. Dann
kann beurteilt werden, ob bereits eine Zahnreinigung vorgenommen
werden sollte. Dies ist spätestens dann der Fall, wenn sich
ein rötlich entzündeter Saum am Zahnfleisch bildet.
Zur Entfernung des Zahnsteines müssen die Tiere in Narkose
gelegt werden. Nur dann können die Zähne von allen Seiten
einschliesslich in den Zahnfleischtaschen gründlich gereinigt
werden. Die Reinigung erfolgt entweder mit Handinstrumenten, so
genannten Scalern, oder mit speziellen Ultraschallgeräten. Ein
anschliessendes Polieren mit einer Polierpaste verzögert die
erneute Entstehung von Zahnstein und ist somit empfehlenswert.
Lockere Zähne, bei denen der Zahnhalteapparat stark
geschädigt ist, müssen in der Regel gezogen werden. Diese
Zähne sind schmerzhaft und häufig sitzen bakterielle
Entzündungen bis tief in den Zahnwurzelbereich.
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Abbildung 4: Zahnreinigung mir dem Ultraschallgerät |
Das Putzen der Zähne mit Zahnbürste und spezieller für Katzen und Hunde geeigneter Zahncreme (beim Tierarzt erhältlich) ist zwar möglich, aber bei der Katze schwer durchführbar. Besser eignen sich zur Vorbeuge speziell entwickelte Trockenfutter, die durch ihre besondere Beschaffenheit beim Fressen den Plaque auf der Zahnoberfläche reduzieren und damit die Entstehung von Zahnstein verzögern.
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Dieser Artikel ist erschienen im Katzenmagazin 4/2002
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35
Autor:
Dr. Stefan Grundmann
Tierspital Zürich, Kleintier Chirurgie, Abt. Zahnheilkunde
Winterthurerstrasse 260
8057 Zürich